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Mittwoch, 4. Juni 2008

Polemik: Bundeskabinett beschliesst BKA-Gesetz

Es fällt mir ganz ganz schwer, bei diesem Thema noch weiter sachlich zu bleiben und mich nicht durch wütende Polemik selber zu disqualifizieren. Ich weiss einfach nicht, wie ich noch sachlich darauf reagieren kann, dass in Zukunft zwei BKA-Beamte entscheiden können sollen, ob die Wohnung eines einem Terrorverdächtigen bekannten, eventuell unbeteiligten Menschen mit Videokameras gespickt werden soll. Oder warum ich noch ruhig bleiben soll, wenn am Internet hängende Computer heimlich nach “Beweisen” durchsucht werden sollen - obwohl sich ein Großteil der Computerbenutzer nicht einmal wirklich sicher gegen Trojaner oder andere Eindringlinge schützen kann. Und immer wieder werde ich vollgelallt mit diesem besoffenen Mantra von Anfangsverdacht, der erst einmal gegeben sein muss. Und wie zum Teufel soll dieser Anfangsverdacht aussehen?  Soll ich wirklich glauben, dass man sich in Zukunft darauf beschränken wird, erst einmal monatelang unter großem personellen Aufwand einen Anfangsverdacht zu konstruieren? Soll ich wirklich glauben, dass nicht bei nächster Gelegenheit darüber diskutiert wird, ob man die ohnehin anfallenden Datenbestände nicht mal durch eine Suchmasschine jagt, weil sie halt da sind und es “den Steuerzahler entlastet”?

Und was zum Teufel ist eigentlich verdächtig?
Ein Interesse für den Islam? Oder für Chemie? Oder dass man jemanden kennt, der sich für eines von beidem oder sogar beides interessiert? Oder dass ich kein Schweinefleisch esse? Oder weil jemandem meine Fresse nicht passt?

Ja, ich unterstelle da ungeheuerliche Sachen. Aber unsere Minister unterstellen mir auch, ich könne ein Terrorist sein. Und das soll nicht ungeheuerlich sein, oder was?

Tja, soviel zum Thema Sachlichkeit. Sorry. Ich gehe kotzen.

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Forsa Umfrage: Vorratsdatenspeicherung beeinflusst Telefonierverhalten

Wie man jetzt bei heise online lesen kann, hat das Forsa-Institut  eine repräsentative Umfrage zur Vorratsdatenspeicherung durchgeführt, derer zufolge fast die Hälfte der Befragen diese als ungerechtfertigten Eingriff in ihre Privatsphäre empfinden. Wirklich interessant wird es en wenig später: dort wird gefragt:

Wenn sie den Rat einer Eheberatungsstelle, eines Psychotherapeuten
oder einer Drogenberatungsstelle benötigten, würden 46 Prozent der
Bundesbürger Kontakt über Telefon, Handy oder per E-Mail aufnehmen.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) hingegen würde dies
wegen der Verbindungsdatenspeicherung lieber unterlassen und
stattdessen zum Beispiel dort persönlich vorsprechen.

Diesen Passus muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Nun werde dort nicht von einem akuten vorliegenden Notfall gesprochen, mögen Kritiker anmerken, ausserdem sei ausdrücklich erwähnt, dass die betroffenen 46 Prozent der Befragten den durch das Telefon unterlassenen Kontakt dann halt persönlich herstellen würden.
Aber: Unter dem Strich ist das egal, denn wer mit dem Gedanken spielt, telefonisch um Hilfe zu bitten, der befindet sich in einer Notlage. Vielleicht nicht in einer Notlage für Leib und Leben, doch unterbleibende Hilfe kann sich schnell in genau diese Richtung entwickeln.
Und um es mal ganz klar zu sagen: Wer sich jetzt versucht sieht, anzumerken, die Situation könne ja nicht so schlimm sein, wenn man sich aufgrund einer Datenerhebung nicht traue, eine Hilfseinrichtung anzurufen, der ist in meinen Augen zynisch. Aber das ist ein anderes Thema und würde hier jetzt nur ausufern.

Die Ereignisse der letzten Tage zeigen nur zu deutlich, dass eine Datensammlung wie durch die Vorratsdatenspeicherung immer Begehrlichkeiten bei ihren Erhebern oder Verwaltern zu wecken vermag. Wenn nun auch noch bei Betroffenen eine diffuse Angst vor Ächtung der individuellen Schwächen dazu kommt, dann wird sie schnell menschenverachtend. Doch das scheint mir eine Art Zeitgeist zu sein.

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Dienstag, 3. Juni 2008

O-S-T beendet Aufnahmen für “Aldehyd” !

Wie soeben berichtet wurde, sind die Aufnahmen zum kommenden Mini-Album von O-S-T nur eineinhalb Jahre nach der ersten Bekanntgabe abgeschlossen. Damit geht das Projekt nun in die Nachbearbeitung.
Wir bleiben am Ball! Trotz EM!

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Samstag, 31. Mai 2008

Schniefen statt Demo [Update]

Heute finden bundesweit Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung statt, so auch in Hamburg - eine plötzlich einsetzende Sommererkältung verhindert leider meine Teilnahme an der in Hamburg.

Sehr schade, denn gerade im Schatten des aktuell bekannt gewordenen Datenmissbrauchsfalles bei der Telekom (Um mal zurückhaltend zu formulieren, was da passiert ist) ist es umso wichtiger, seinen Finger genau in diese Wunde zu legen - eigentlich ist es doch Wasser auf unsere Mühlen. Dazu kommen dann noch an Realsatire grenzende Auftritte von Innenminister Wolfgang Schäuble, der eine “Selbstverpflichtung zur Einhaltung des  Datenschutzes” ins Spiel bringt.  Und während ich diese Zeilen schreibe, bin ich mehr als versucht, trotz Schniefnase, Kopfschmerzen und Kratzen im Hals meine Wohnung doch zu verlassen und wenigestens für eine Stunde oder für die Abschlusskundgebung zur Demo zu stoßen.

Ob mich das schon zum Märtyrer macht…?

[Update]

Mein schlechtes Bürgergewissen hat mich ob einer bereits verpassen anderen Demo dann doch in die Innenstadt getrieben. Dort wurde ich Zeuge einer kleinen, fast schon familiären Demo, die trotz des einen oder anderen guten Redebeitrages kaum bis kein Medienecho finden wird. Trotzdem gut, dagewesen zu sein.

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Dienstag, 27. Mai 2008

Ach du Scheisse! Oma!

Bewohner Marcel sorgte für das in meinen Augen unumstößliche Highlight der achten Staffel “Big Brother”.

Link: sevenload.com

Und - ja. Ich schäme mich, aber ich bin Big Brother Fan. Jedem seine Sünde, ok?

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Montag, 26. Mai 2008

Weezer: “Pork and Beans”

Weezer haben für ihr neues Video viele “Web 2.0 - Stars” um sich geschart - da bleibt mir doch mal die Spucke weg, so klasse finde ich das.
(Auch wenn ich zugeben muss, nicht alle Referenzen im Original zu kennen)

Mittwoch, 21. Mai 2008

Fetter Service - oder: Nur eine Idee unter vielen

Tja, liebe Musikindustrie - so sehen die Ideen aus, die Ihr auf Eurer blinden Jagd nach Filesharern verpasst habt. Musiker sind nicht länger von Euch abhängig - kommt damit klar.  Zumindest solange sie Phantasie haben.

Gesehen bei lanu bei Twitter

Sonntag, 4. Mai 2008

Der eigene verwahrloste dekadente Lebenswandel - Live bei Hagen Rether

Ich habe ja schon einmal kundgetan, dass ich eine Menge von Hagen Rether halte. Gestern habe ich mir sein Programm “Liebe” in Hamburg angesehen. Und nicht nur meine Begeisterung ist gewachsen. Denn der Mann ist nicht einer von diesen Kabarettisten, die einem mit ihren Spitzen gegen Tagespolitik, Gesellschaft und Kultur kumpelhaft auf die Schulter zu klopfen scheinen. In dreieinhalb Stunden trägt Rether seine Texte im Plauderton vor, immer mit dieser leichten Süffisanz in der Stimme und dem irgendwo zwischen sarkastisch und zynisch changierenden verkniffenen Lächeln auf den Lippen. Ob es dabei um eher banale Dinge geht wie die Liedertexte von Herbert Grönemeyer oder um weniger Banales wie den Kampf der Kulturen - niemals wirkt das Programm schwerfällig oder bemüht. Das mag auch daran liegen, dass sich Rether nicht sklavisch an ein Skript hät - “Ich mache das für die Sache”, so sagte er in der Zugabe - und das merkt man deutlich.
Dies ist kein Pseudo-Betroffenheitskabarett, das man mit kurzzeitig aufgeflammter Aufmerksamkeit konsumiert, um dann mit einem Prosecco in der Hand nachdrücklich zu nicken und sich mit dem Wissen, mal nachdenkliches gehört zu haben, ruhigen Gewissens in die nächste Arbeitswoche zu stürzen. Hagen Rether baut eine sehr intim anmutende Beziehung zu seinem Publikum auf, um ihm dann ganz persönlich unter Freunden den eigenen verwahrlosten, dekadenten Lebenswandel einer verlogenen Gesellschaft um die Ohren zu schlagen. Ohne Agitation, ohne viel Aufhebens. Eben habe ich noch Tränen gelacht über den Dalai Lama als “Peter Lustig für enttäuschte Christen”, dann bleibt mir das nächste Lachen im Halse stecken, wenn mir vorgerechnet wird, dass wir in Entwicklungsländern  dringend gebrauchte  Lebensmittel in unsere Autotanks füllen.
Nicht alles, was Hagen Rether an diesem Abend gesagt hat, würde ich unterschreiben. Aber das muss ich auch nicht. Ich sollte darüber nachdenken, ihn vielleicht dann nochmal anhören und nochmal drüber nachdenken. Aber vor allem mal meinen Arsch hochkriegen. Stellung beziehen, konsequent werden - nicht dieses pseudo-rebellische eitle Getue, das auch ich mir zu Eigen gemacht habe. Wirklich weniger Fleisch essen zum Beispiel und nicht nur darüber reden. Wirklich zu Demos gehen und nicht nur darüber reden. Versuchen, mit meinen Mitmenschen zu reden, ihnen zuhören, meine Meinung auf den Prüfstand stellen und nicht nur darüber reden.
Vielleicht ist es das, was ich mit diesem sicherlich weder literarisch noch journalistisch auch nur annähernd wertvollen Text sagen will - das war ein inspirierender Abend. Eine furchtbare Floskel, ich weiss.
Aber es bleibt nur eine Floskel, wenn ich nun nichts daraus mache.
Ein sehenswertes Programm und eine unbedingte Empfehlung. Keine Floskel.

Embedded Video

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Montag, 14. April 2008

Netzmusik: Prologue

Kürzlich bin ich im Netz auf das Moskauer Projekt “Prologue” gestoßen, die auf dem Netlabel “Share my Wings” ihre Musik veröffentlichen. Irgendwie genau das Richtige für mich zur Zeit - Melancholisch, ganz ganz leicht angejazzt, vor allem aber elektronisches Gebeat, dazu Texte, die ich nicht verstehe einerseits gerappt und andererseits von einer glasklaren Frauenstimme gesungen… Schön, wie ich finde.

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Donnerstag, 10. April 2008

ICQ meets PISA

Folgende Nachricht ereilte mich gerade via ICQ:

:P Arne :P (10:32 PM):
na sußer ich feke dier gleich ihn den po

hach, suße jukent…

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